TERRARIUM Phelsuma Grandis

DIMENSIONEN Terrarium Phelsuma Grandis

Das Terrarium ist ein Ökosystem, das den Lebensraum der zu haltenden Gattung möglichst gut imitiert und die Verhaltensweisen der Tiere berücksichtigt. Ohne den nötigen Freiraum wirst du den Anforderungen dieses wundervollen Geckos nicht gerecht. Viele Informationen zu Tierart und Verhalten findest du auf unserer Seite INFOS Phelsuma Grandis.

Gesetzliches Mindestmaß für ein Pärchen Phelsuma Grandis:

90 L*90 B*120 H

Dabei gilt: Größer ist immer möglich. Die Phelsumen leben eher in die Höhe, da sie gerne an glatten Flächen emporklettern. Unserer Erfahrung nach lieben sie es aber auch, sich in der Länge eines Terrariums zu bewegen. Leichte Veränderungen der Maße unter Beibehaltung des Terrariumvolumens sind aus unserer Sicht durchaus vertretbar.

Beregnung Phelsuma Grandis Terrarium

LUFTFEUCHTIGKEIT

Tagsüber 50-70% bei 25°C. Die Luftfeuchtigkeit steigt nachts nach Absenkung der Temperatur automatisch auf circa 80-90 % an.

Anfangs wird meist mit einer üblichen Handpumpe gesprüht, wie du sie im Gartencenter bekommst. Die Luxusvariante kann dann immerhin schon vorher aufgepumpt werden, um einen Sprühnebel zu erzeugen.

Achtung: Ist es im Terrarium dauerhaft zu trocken, kann dies eine der Ursachen für Häutungsprobleme deines Phelsuma Grandis sein. Aber: Bei dauerhaft zu hoher Luftfeuchtigkeit können Hautkrankheiten auftreten.

LICHT UND WÄRME im Phelsuma Grandis Terrarium

Licht

Bedenke bitte immer: Tagaktive Reptilien sind Sonnenanbeter und lieben Licht. Helligkeit ist für sie essentiell und der Einsatz zusätzlicher Leuchtmittel zu einem Wärme-Spot immer empfehlenswert. Eine hervorragende Helligkeit und Lichtfarbe in Kombination mit Rotlicht als Wachstumslampe für eure Bepflanzung hat die LED Beleuchtung Zoo Med Reptisun LED Terrarium Hood HO* (High Output). Alternativ könnt ihr Röhren mit einem breiten Farbspektrum einsetzen.

Wärme & UV

Die allgemeine Temperatur ist im Phelsuma Grandis Terrarium durch aufsteigende Wärme oben höher als im unteren Bereich. Dabei sollte sie oben bei knapp über 30 Grad liegen, während sie unten circa 22 Grad betragen sollte. Die allgemeine Wärme wird in einem Mindestmaßterrarium meist schon durch den Einsatz des Hauptwärmestrahlers erreicht.

Spots dürfen dabei lokal bis zu 40°C erreichen, denn Reptilien sind wechselwarm. Sie wärmen sich unter dem Spot auf und nutzen diese Wäre, um Ihre Körpertemperatur auf “Betriebstemperatur” zu bringen.

Eine sogenannte HQI Lampe kombiniert Licht, Wärme und UV und sorgt dabei für Effizienz und Langlebigkeit, auch wenn die Anschaffungskosten mit Vorschaltgerät zunächst höher sind. Normale Spots haben bei uns immer nach circa 3-6 Monaten ihr Lebensende erreicht.

Wir machen seit vielen Jahren gute Erfahrungen mit der Lucky Reptile Bright Sun UV Jungle*, die zuverlässig für gut ein Jahr das natürliche Sonnenlicht inklusive UVA und UVB nachbildet. Dabei verbindet sie optimal Licht, UV und Wärme. Ihre Helligkeit sucht Ihresgleichen!

Häufig wird uns die Frage gestellt, wieviel Watt die Bright Sun haben sollte. Das hängt zentral vom Mindestabstand der Lampe und von der Terrariengröße ab, die den Mindestabstand oft einschränkt. 50 Watt geben schon ordentlich Leistung ab, es ist bei uns aktuell die höchste eingesetzte Wattzahl. Der Mindestabstand beträgt für 50 Watt 20 Zentimer. In dieser Entfernung hat das Licht eine Helligkeit von 112.500 Lux bei 50 ° Celsius und kommt damit beinahe an die Sonne in Deutschland im Juli um 12 Uhr mittags heran. Bei 30 cm sind es immer noch 50.000 Lux bei 41° Celsius. Zum Vergleich: eine UV Röhre mit Reflektor schafft gerade mal 1.050 Lux bei 25 cm Abstand (Quelle: Bedienungsanleitung Bright Sun). Du musst den Mindestabstand wirklich einhalten, sonst kann es zu Hautverbrennungen kommen!

Wir haben euch als Link ein Starterset eingefügt. Achtet darauf, nicht in einem anderen Angebot ein älteres Modell der Version I oder II zu kaufen, denn nur Version III ermöglicht das Umschalten zwischen 35/50/70 Watt, so dass ihr es auch bei einem Wechsel auf eine andere Wattzahl weiter verwenden könnt! Unser Link enthält das Vorschaltgerät in Version III, eine Bright Sun UV Jungle, und eine Porzellanfassung mit Steckverbindung.

Dazu solltest Du noch einen Reflektor kaufen. Er ist nicht direkt dabei, weil es ihn in zwei Größen gibt.

Wir haben beide ausprobiert, dieser hier reicht bei Lampen bis 70 Watt vollkommen aus und beinhaltet auch ein Gitter als Schutz, damit deine Phelsumen sich nicht die Zehen verbrennen: Lucky Reptile Reflektor*.

Und um es komplett zu machen gibt es noch einen zusätzlichen Silikon Schutz*, damit Du und Deine Phelsumen euch nicht die Finger an der Porzellanfassung verbrennt. Er sieht auch optisch nicht so kahl aus, wie die reine Porzellanfassung.

Stellst Du fest, dass die Wärme nicht reicht, können auch kleinere Spots für zusätzliche Wärmeinseln eingesetzt werden, wie etwa der Lucky Reptile HSM-35 Halogen Sun Mini*, ein Halogen Spotstrahler mit mehr Licht und Wärme als normale Spotstrahler.

Warum UV so wichtig ist

UV, genauer gesagt UVB, fördert die Bildung von Vitamin D, sonst droht Rachitis. Wir haben am Anfang unserer Reptilienhaltung einen schweren Fall von Rachitis gehabt. Der Kiefer des kleinen Phelsuma Laticauda schloss nicht mehr und war zum Schluss 45° geöffnet. So wäre nur noch eine Zwangsfütterung möglich gewesen, wir haben uns damals schweren Herzens entschieden das Tier zu erlösen.

Das sollte uns nie wieder passieren. Bereits unsere Jungtiere werden top versorgt, denn in diesem Lebensalter wird der Grundstein für ein gesundes Tier gelegt. Die Kombination mit einer gesunden Ernährung und dem Zusatz von Mineralpulver inklusive Vitamin D sorgt dabei für eine möglichst perfekte Versorgung der wundervollen Echsen.

Überlege Dir, wo du deine Phelsume kaufst: Wenn du ein Tier aus einer Zoohandlung erwirbst, weißt Du weder, wie das Tier als Jungtier versorgt wurde, noch wie lange es schon unter leider oft mäßigen Bedingungen im Zoogeschäft sitzt. Wir ziehen einen Züchter vor, denn dort sehen wir die Bedingungen mit eigenen Augen und erfahren viel Hilfreiches.

UV im Phelsuma Grandis Terrarium

Schon gewusst? Für uns Menschen ist UVB gleichermaßen wichtig, dafür brauchst du aber kein Extra-Sonnenbad. Schon circa 20 Minuten im Winter an der Sonne sorgen für eine ausreichende Vitamin D Bildung, sofern Hautflächen wie Handrücken und Gesicht erreichbar sind. Wie notwendig Vitamin D ist, kennen werdende Eltern auch von ihren Hebammen. Unsere reagierte aber etwas seltsam, als ich meinte: “Ja, das kennen wir auch von unseren Reptilien!”

Die von uns empfohlene Beleuchtung hat einen weiteren Vorteil: Sie ist effizient und sorgt so für einen möglichst niedrigen Energieverbrauch.

EINRICHTUNG des Phelsuma Grandis Terrariums

Einrichtung

Bambus und Äste in verschiedenen Längen und Dicken sowie Pflanzen. Der Bambus sollte dabei senkrechte und waagerechte Kletterflächen bieten. Phelsuma Grandis springt dabei auch gerne von Bambus zu Bambus!

Pflanzen

  • Sansevierien | Eine beinahe “Unkaputtbar-Pflanze”. Ein Gärtner sagte einmal zu uns: “Die dürften wir gar nicht verkaufen, da kommt ja niemand wieder, weil sie nicht eingehen!”
  • Bromelien | Sie sammeln nicht nur immer etwas Wasser in ihren Trichtern, sondern lieben auch das Terrarienklima und bedanken sich mit wiederkehrenden Blüten!
  • Orchideen | Wir finden immer mal wieder Orchideen unserer Nachbarn im Müll. Ihre Luftwurzeln sind dann meist vollkommen vertrocknet. Solange aber noch Leben drin steckt, setzt sie einfach ins Terrarium. Das Klima bekommt ihnen gut, sie bilden neue lebendige Luftwurzeln und bedanken sich ebenfalls mit bunten Blüten!
  • Rank- und Kletterpflanzen | Kein Efeu (giftig).
Orchidee im Phelsuma Grandis Terrarium

Bodengrund

Wir nutzen seit vielen Jahren Trixie Kokosfaserhumus*. Es ist ungedüngt und neigt nicht zu Schimmel. An der Oberfläche kann zusätzlich Reptibark/Rindenmulch genutzt werden. Achtung, keinen behandelten Rindenmulch aus dem Baumarkt nehmen!

Resumé | Terrarium Phelsuma Grandis

Es geht darum den Lebensraum des Großen Madagaskar Taggeckos möglich naturgetreu nachzubilden. Je besser Dir das gelingt, desto wohler wird sich dein Tier fühlen. Und je mehr du dich mit dieser wunderbaren Tierat beschäftigst, desto besser wirst du seinen Lebensraum imitieren können.

Indem du dich mit dem natürlichen Lebensraum auseinandersetzt, kannst du ihn also optimal in deinem Terrarium imitieren. Als nächstes solltest du dich mit der Ernährung deines Phelsuma Grandis beschäftigen.

*Affiliatelinks/Werbelinks